Stromknappheit – sind Ihre Daten in Gefahr?

Datum
05.12.2022

Aufgrund der drohenden Strommangellage muss diesen Winter mit Kontingentierung und im schlimmsten Fall sogar mit mehrstündigen vollständigen Stromunterbrüchen gerechnet werden. Die Bedag betreibt in ihrem Rechenzentrum einen Grossteil der Applikationen der Verwaltung des Kantons Bern und sorgt für eine umfassende Datenspeicherung und -sicherung. Was geschieht also, wenn der Strom plötzlich fehlt und die Lichter ausgehen?

Alle Kundendaten sind bei der Bedag natürlich in Sicherheit. Die Bedag betreibt von jeher systemrelevante IT-Infrastrukturen für kantonale Verwaltungen und Dritte. Ein unterbruchfreier Betrieb bedingt stets eine zuverlässige Notstromversorgung. Diese setzt ab der ersten Millisekunde ein und könnte notfalls über mehrere Tage oder sogar Wochen die Strom- und die Kälteversorgung der Bedag und damit die Verfügbarkeit, Integrität und Sicherheit der Kundendaten sicherstellen.

USV

Für die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) verfügt die Bedag über zwei redundante Anlagen: eine mit kinetischer und eine mit chemischer Energiespeicherung. Die ältere dieser Anlagen haben wir nun nach rund 15 Jahren Betriebszeit durch eine modulare Anlage der Firma ABB (MegaFlex DPA 1,5 MW) der neusten Generation ersetzt. Die neue Anlage hat einen Wirkungsgrad von 97,3% (alte Anlage 91%). Durch den modularen Aufbau können zudem Wartungen und die Störungsbehebung einfacher und weiterhin ohne Impact auf den laufenden Rechenzentrumsbetrieb ausgeführt werden. Mehr über unsere USV erfahren Sie im Bericht «Flywheels: hocheffizienter Stromausgleich ab der ersten Millisekunde».

Zuverlässige Dieselmotoren sorgen für Sicherheit
Für die länger anhaltende Versorgungssicherstellung genügen USV-Anlagen nicht. Ihre Energie ist nach ein paar Dutzend Sekunden (USV mit Flywheels) bzw. Minuten (USV mit Batterien) erschöpft. Innerhalb dieser Zeit müssen Dieselmotoren mit elektrischen Generatoren die Versorgung vollständig übernehmen. Die Bedag ist in der Lage, nahtlos von Strom aus dem Netz auf Strom aus eigener Produktion zu wechseln. Zwei Netzersatzanlagen (NEA1 und NEA2) stellen mit je zwei Dieselgeneratoren, wie sie zum Beispiel auch auf Schiffen eingesetzt werden, die mittel- bis langfristige Energieversorgung sicher, wobei der vorhandene Treibstoff vor Ort immer für mindestens eine Woche reicht. Mit Treibstofflieferanten haben wir zudem Verträge, die uns den Vorrang bei der Lieferung garantieren. Mit monatlichen Tests der Dieselanlagen und einem jährlichen Test, der einen Netzausfall durch den Energieversorger simuliert, sind wir gut auf Ernstfälle vorbereitet.

Dieselmotoren

Mit den Netzersatzanlagen leistet die Bedag zudem einen Beitrag zur Stabilität des Stromnetzes und zur Bewältigung der Strommangellage. In Zusammenarbeit mit Energie Wasser Bern (ewb) setzen wir Teile unserer Produktionsleistung von rund 4500 kVA (4,5 MVA) auch zur Stützung des Schweizer Stromnetzes ein. Seit August 2020 stabilisieren wir mit unseren Generatoren mittels Regelenergie kurzfristig das Versorgungsnetz. In diesem Jahr kamen die Generatoren dafür bereits dreimal je 90 Minuten lang zum Einsatz. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag «Bedag unterstützt die Stabilität des Schweizer Stromnetzes».

Gezielte Abschaltung der Systeme als äusserste Massnahme
Im Moment gehen weder die Behörden noch die Bedag davon aus, dass die Energiekrise auch einen Treibstoffmangel zur Folge haben wird. Falls aber die Lieferanten der Bedag bei längeren Ausfällen den benötigten Treibstoff nicht mehr nachliefern könnten, müssten EDV-Systeme kontrolliert heruntergefahren werden. Dabei würden zuerst Testumgebungen und Entwicklungssysteme heruntergefahren, um die Last zu verkleinern. Reicht das nicht, müssten auch produktive Systeme heruntergefahren werden. Wenn eine Störung die vollständige Abschaltung des Rechenzentrums verursacht, ist vorgegeben, welche Anwendungen zuerst wieder verfügbar gemacht werden müssen (Wiederanlaufliste), beispielsweise die E-Mail-Umgebung oder Verzeichnisdienste, damit sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im System anmelden können. Müssten wir also die Produktion kontrolliert herunterfahren, würden wir diese Liste in umgekehrter Reihenfolge abarbeiten und zuerst die wenig kritischen Anwendungen ausser Betrieb nehmen. Hingegen bliebe der Betrieb der strategischen Anwendungen – beispielsweise für Löhne, Steuern oder Verkehr – möglichst lange aufrechterhalten.

Nachhaltiger Strom und optimierte Nutzung
Der Betrieb eines Rechenzentrums benötigt konstant hohe Energiemengen. Umso wichtiger ist es, diese Energie möglichst effizient, ressourcenschonend und nachhaltig einzusetzen. Die Bedag nutzt deshalb ausschliesslich CO2-neutralen Strom aus Schweizer Produktion. Zusätzlich sind die Dachflächen der Gebäude Engehaldenstrasse 12 und 18 mit Fotovoltaikanlagen bestückt, die jährlich mehrere 10 000 Kilowattstunden elektrische Energie produzieren. Das deckt zwar nur einen verschwindend kleinen Teil unseres Energieverbrauchs, aber immerhin. Mit dem Gebäudeumbau Engehaldenstrasse 18, der im Dezember 2022 abgeschlossen sein wird, kann die Nennleistung der Solaranlage weiter erhöht werden. Wir haben nämlich das mehrere Jahrzehnte alte Dach durch eine dachintegrierte Fotovoltaikanlage der neusten Generation und aus «heimischer» Produktion (www.3s-solar.swiss/) ersetzt.

Die Bedag ergreift dem Stand der Technik und der Wirtschaftlichkeit entsprechend laufend Massnahmen, um die Energieeffizienz zu erhöhen und den Energieverbrauch zu senken. Im Nachhaltigkeitsbericht des Geschäftsberichts wird jährlich der aktuelle Stand ausgewiesen. Wir sorgen also nicht nur dafür, dass alle Kundendaten jederzeit sicher und verfügbar sind, sondern wir übernehmen darüber hinaus auch Verantwortung durch optimalen Ressourceneinsatz und unseren Beitrag an die Stabilität des Schweizer Stromnetzes.

Achtung Phishing !

In Deutschland und der ganzen EU werden fälschlicherweise Jobs im Namen der Bedag angeboten. Die Bedag Informatik AG hat ausserhalb der Schweiz keine Niederlassung und beauftragt im EU Raum keine Recruiter. Unsere Rechtsabteilung ist bereits informiert. Geben Sie keine sensiblen Personendaten weiter. Falls Sie Ihre Personendaten schon weitergegeben haben, nehmen Sie bitte mit Ihrer Bank und der Polizei Kontakt auf und informieren Sie diese über den Vorfall. Es besteht ein erhöhtes Betrugsrisiko.

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