Datamanagement in der Verwaltung: Was macht die Bedag?

Datum
30.03.2022

Die Menge an Daten in der öffentlichen Verwaltung ist enorm. Wir haben bei Eric Scherrer, Manager Personendaten und Leiter des Programms «Datamanagement» der Bedag nachgefragt, welchen Mehrwert Datamanagement den Einwohnern und den Verwaltungen der Kantone bringen kann:

Eric, was ist Datamanagement und wie können öffentliche Verwaltungen dieses nutzen?

Eric Scherrer: Datamanagement ist in aller Munde und wesentlich mehr als ein momentanes Hypethema. Grundsätzlich geht es darum, die Ressource «Daten» mit technischen, methodischen und organisatorischen Massnahmen sowie mit maximalem Nutzen in die Prozesse einzubringen – auf verschiedenen Verwaltungsebenen und unter Berücksichtigung der Datenqualität und des Datenschutzes. Konkret heisst das, Daten (wo zulässig) amtsübergreifend zur Verfügung zu stellen, aufeinander abzustimmen oder zusammenzuführen.

Und was ist der Nutzen für die Bevölkerung?
Eric Scherrer: Datamanagement soll damit den Einwohnerinnen und Einwohnern – also den «Kunden» einer Verwaltung – das Leben erleichtern. Anstatt zum Beispiel auf dem Strassenverkehrsamt, bei der Einwohnerkontrolle der Gemeinde oder einem Betreibungsregisterauszug jedes Mal seine Personendaten neu angeben zu müssen, ermöglicht ein übergreifendes Datamanagement eine «once only»-Registrierung und -Identifikation. Die in der Gemeinde erhobenen Personendaten werden den Fachbereichen übergreifend zur Verfügung gestellt.

Mit Datamanagement können also bereits vorhandene Daten von verschiedenen Direktionen und Ämtern verknüpft und geclustert werden, um beispielsweise Prognosen und Modelle für die Zukunft zu entwickeln. So kann mit Analytics und Künstlicher Intelligenz (KI) ein Modell der demographischen Entwicklung oder für die Berechnung von Migrationsströmen entwickelt wer-den. Immer mit dem Ziel, einen zusätzlichen Nutzen zu schaffen.


Da wird aber auch rasch die Angst vor dem «alles kontrollierenden Staat» und dem «gläsernen Bürger» wach. Ist das berechtigt?
Eric Scherrer: Nein, in der Schweiz regelt der Datenschutz die Verwendung von Personendaten, so dass diese nur in einem ganz spezifischen Kontext verwendet und nicht beliebig kombiniert werden dürfen. Neben eidgenössischen Vorgaben regelt zum Beispiel im Kanton Bern zusätzlich das neue Personendatensammlungsgesetz (PDSG) die Datenschutz- und Datenrechtsgovernance, welche das Datenmanagement gewährleisten muss – sicher, nachvollziehbar und auditierbar.

Das bedeutet in der Praxis, dass nicht einfach beliebig schützenswerte Daten zugänglich gemacht, kombiniert oder sonst irgendwie verwendet werden dürfen, ohne dass vorgängig die regulativen Rahmenbedingungen geregelt werden. Dies ist dann bei einem konkreten Vorhaben auch die eigentliche grosse Herausforderung und nicht unbedingt die technische Realisierung.

Was kann die Bedag der öffentlichen Verwaltung im Datamanagement bieten?
Eric Scherrer: Die Bedag ist in verschiedenen Bereichen aktiv: Sie hat den erforderlichen Technologiestack aufgebaut, verschiedene Proof of Concept realisiert und kann ihren Kunden entsprechende Dienstleistungen anbieten. Das beginnt bei einem eigentlichen Datenkatalog, der aufzeigt, welche Daten wo überhaupt vorhanden sind und welche Stelle welche Ergänzungen und Zusätze zu den Personenstammdaten generiert. In der Regel bietet jede Behörde aus ihrer Perspektive die erforderlichen Dienstleistungen an. Ein Datenkatalog ermöglicht einen Überblick darüber, welche Daten, wo und in welcher Form gehalten werden – beispielsweise kantonsweit bzw. verwaltungsübergreifend. Er ermöglicht Transparenz über die Bestände und reguliert den Zugriff darauf. Dabei müssen die sehr restriktiven Vorgaben konsequent eingehalten werden. Auch Polizei und Ermittlungsbehörden zum Beispiel dürfen ja nicht einfach so alle Daten einsehen. Für jeden Datenzugang ist die legitime Berechtigung erforderlich, die durch einen entsprechenden Verwaltungsvorgang geregelt ist. Das Ziel ist hier immer, den Service gegenüber dem Bürger zu verbessern und die Verwaltungsleistung bzw. deren Effizienz zu steigern.

Gibt es neben verbessertem Service und Effizienzsteigerung noch weitere Vorteile? Wie steht es mit der Transparenz und dem Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung?
Eric Scherrer: Ein weiteres Thema ist «Open Governement Data». Die Öffentlichkeit hat das Recht, gewisse Daten einzusehen, und die Behörden müssen diese in geeigneter Form, anonymisiert zugänglich machen. Zum Beispiel Geografiedaten, Umweltkataster, Liegenschaftsdaten, Migrationsströme, Bevölkerungsdichte und weitere statistische Angaben. Die Bedag verfügt über die entsprechenden «Werkzeuge» und das Know-how, um das zu ermöglichen.

Kannst Du konkrete Beispiele nennen, was die Bedag in diesem Bereich tut?
Eric Scherrer: Die Bedag baut dazu verschiedene Services auf, wie zum Beispiel den «Message Broker», der einen Austausch von Nachrichten zwischen Fachanwendungen und Ämtern im Rahmen der eCH-Standards erlaubt. Oder das Vorhaben «P-Reg», mit dem Personen- und Unternehmens-daten besser auf sich verändernde Anforderungen der Verwaltungen strukturiert werden können. Ein gutes Beispiel ist auch das «Liegenschaftsdossier»: Darin werden die Daten aus unterschiedlichen Systemen und Fachapplikationen zu einem kohärenten Dossier zusammengeführt. Je nach kantonaler Gesetzgebung werden Daten aus Grundbuch, Vermessung, Gebäude- und Wohnungsregister, Einwohnerregister, Steuerregister, eBAU etc. eingebunden. Veränderungen werden als Ereignisse behandelt und lösen die entsprechenden Prozesse aus, bspw. eine Erstbewertung aufgrund eines abgeschlossenen Bauvorhabens. Das Grundstückdossier ermöglicht die Ansicht aus verschiedenen Perspektiven, beispielsweise die zeitliche Entwicklung des Grundstücks, die Analyse aus Eigentümersicht oder die gesamtheitliche Entwicklung der Grundstücke, ihrer Grösse, ihrer Bebauung und ihres Wertes im Kanton.

All diese Beispiele zeigen, dass Datamanagement sich auf einem sehr weiten Feld von Themen und Möglichkeiten bewegt. Vieles ist heute erst in Ansätzen angedacht. Ich erwarte, dass das Thema Datamanagement für die öffentlichen Verwaltungen noch wesentlich an Bedeutung gewinnen wird. Bei der Bedag haben wir uns zum Ziel gesetzt, unsere Kunden auf diesem Weg zu begleiten und passende Produkte und Services bereitzustellen. In diesem Sinne sind wir aktiv daran, unser Portfolio auszubauen.

Danke, Eric, für Deine Erläuterungen.

Die Bedag verfügt über die notwenigen Tools, das technische Fachwissen und kennt aus den verschiedenen Fachanwendungen auch die Anforderungen der öffentlichen Verwaltung. Sie unterstützt damit den Kanton Bern in verschiedenen Projekten. Wie Datamanagement in der öffentlichen Verwaltung ganz konkret eingesetzt werden kann, lesen Sie im Beitrag «Covid Dashboard – immer aktuelle Daten in der Pandemie»



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