«Der Samstag ist eigentlich mein heiliger Tag»: Lernende der Bedag und ihre Erlebnisse bei der AppRun 2021

Datum
14.01.2022

«Der Samstag ist eigentlich mein heiliger Tag»: Lernende der Bedag und ihre Erlebnisse bei der AppRun 2021

Sind es 10'000? Oder 20'000? Oder viel mehr? Die Zahlen zum Fachkräftemangel in der Schweizer IT-Landschaft sind gigantisch. Eines der Rezepte, um diesem Problem Herr zu werden, ist die Stärkung der Berufsbildung. Darauf setzt auch die Bedag. Zusätzlich zu ihrem umfassenden Ausbildungsprogramm nahmen jetzt mehrere Lernende an der AppRun der Berner Fachhochschule teil. Wir begleiteten zwei von ihnen.

Die Bedag ist überzeugt vom Schweizer Berufsbildungssystem. 2022 bildet sie so viele Lernende aus wie nie zuvor, über 40. Viele bleiben danach bei der Bedag, starten hier ihre Karriere und bilden sich weiter. Meist an der Berner Fachhochschule (BFH). Und die rührte im Herbst 2021 mit einer coolen Aktion die Werbetrommel: Mit einer AppRun.

«Mit AppRun organisieren wir einen praxisorientierten Programmierer-Wettbewerb», sagt Dr. Ulrich Fiedler, Professor für Informatik an der BFH. «Damit machen wir auf das Bachelor-Studium in Informatik aufmerksam und wirken so auch dem Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt entgegen. Junge Menschen, die Freude an der Software-Entwicklung haben, werden während der AppRun von Coaches (Informatik-Studierende der BFH) unterstützt und können so für das Studium begeistert und abgeholt werden.»

Der AppRun 2021

16 junge IT-Talente, organisiert in 8 Zweierteams, sind diesem Ruf gefolgt und trafen sich an einem Samstag im September in Biel zu einem Bootcamp, dem Startschuss zur AppRun. «Es war ein ausnehmend schöner Spätsommertag», erinnert sich Yanis de Jeso. «Eigentlich wie gemacht, um etwas länger im Bett zu bleiben und das Weekend entspannt auf sich zukommen zu lassen», schmunzelt der 26-Jährige.

Yanis bildet zusammen mit Martina Pfistner für die nächsten Monate ein Team. Beide haben die Matura im Sack und machen darum die verkürzte Ausbildung («Way-up») in der Applikationsentwicklung. Martina stieg erst wenige Wochen vorher ins erste Lehrjahr ein, Yanis ist schon im zweiten.

Ihr Auftrag in der AppRun: Unter realitätsnahen Bedingungen Apps entwickeln. Mit diesen müssen dann im finalen Treasure Hunt an verschiedenen Posten Aufgaben gelöst werden. So müssen Martina und Yanis zum Beispiel einen Metalldetektor (wusstest du, dass Smartphones Sensoren für die Erkennung von Metall haben?) programmieren. Oder eine App mit Geolocationfunktionen. Oder ein Memory mit QR-Codes. Kein dünnes Brett, das die Beiden da in kurzer Zeit bohren müssen.

Wir begleiten sie in den nächsten Wochen auf ihrem Weg vom Kick-off bis zum finalen Treasure Hunt.


Es geht los: der Kick-off


Zurück nach Biel. Ganz ehrlich, Yanis: Wie freiwillig bist du jetzt hier? Dieser schmunzelt: «Ich mache freiwillig mit, aber man hat schon gemerkt, dass es die Firma gerne sähe, wenn man mitmacht. Also bin ich jetzt da, obwohl der Samstag schon so etwas wie mein heiliger Tag ist. Trotz des sanften Drucks bin ich sehr motiviert».

Weil Teamkollegin Martina just an diesem Tag verhindert ist, lauscht Yanis ohne seine Partnerin den Informationen über den Abaluf der AppRun mit ihren Sprints und dem finalen Treasure Hunt. Er lernt auch den Coach der BFH kennen, der ihm und Martina die nächsten Monaten zur Seite steht. «1h pro Woche ist er für uns da. Das dünkt mich nicht gerade viel und ich bin gespannt, ob das reicht», ist Yanis noch etwas skeptisch.

Dann geht es aber auch schon an die Arbeit, die Android-Technologie wird erklärt und eine erste App soll aufgesetzt werden. «Das ging schnell, fast zu schnell und manchmal war es sogar etwas chaotisch. Aber ich freue mich auf Android, ein echt spannendes Framework, sicher cool, damit zu arbeiten», sagt Yanis.

In den nächsten Wochen werden Martina und Yanis weitere Apps entwickeln. Diese werden dann vom Coach geprüft und bewertet. Yanis ist realistisch: «Die Challenge wird sein, alles unter einen Hut zu bringen. Wir werden für die AppRun etwa einen halben Tag pro Woche aufwenden.»


Halbzeit

Wo stehen Martina und Yanis Ende Oktober, also ungefähr bei Halbzeit des Wettbewerbs? Wir fragen einfach mal nach, jetzt ist auch Martina mit dabei.

«Die meist virtuelle Teamarbeit mit Yanis hat sich gut einespielt», sagt sie. «Wir arbeiten intensiv auf den Sprint vom 13. November hin. Für die erste App vom Kick-off erhielten wir von unserem Coach eine sehr gute Rückmeldung, zwei weitere sind fertig und mit der Programmierung einer vierten App haben wir angefangen. Das Ganze ist schon sehr anspruchsvoll, aber ich denke, bis jetzt haben wir nicht schlecht abgeliefert».

Martina hat ihre Ausbildung bei der Bedag gerade erst begonnen, in der IT-Welt ist sie aber schon länger zuhause. Vorher war sie als Game-Designerin fokussiert auf die Gestaltung von Benutzeroberflächen, also dem UI- und UX-Design.

«Doch dann habe ich mich immer mehr auch für die Technik dahinter interessiert. Deshalb habe ich mich für die Way-up Ausbildung bei der Bedag entschieden. Das fühlt sich richtig gut an, ich bereue es nicht.» Gerade für sie im 1. Lehrjahr sind die Programmieraufgaben anspruchsvoll.

Auch für Yanis ist die AppRun eine echte Herausforderung. Wegen dem Zeitdruck und der für ihn neuen Technologie. «Für unsere Arbeit sind mächtige, komplexe Librairies nötig und so manche Informationen googeln wir uns zusammen». Wie bei richtigen Projekten, auch da ist es entscheidend, sich alle nötigen Informationen zu beschaffen.

Apropos «richtige Projekte». Yanis arbeitet jetzt in seinem ersten realen Kundenprojekt aktiv mit. Das macht es nicht einfacher, alles unter einen Hut zu bringen.

Trotzdem: Martina und Yanis fühlen sich der Sache gewachsen: «Wir hatten eigentlich noch nie wirklich grosse Probleme, konnten die Aufgaben selber lösen und brauchten unseren Coach noch nie», erzählt Yanis und Martina ergänzt: «Es fühlt sich super an, Probleme selber zu lösen. Wir organisieren uns gut und nehmen jetzt auf dem Endspurt Richtung Finale einfach Case für Case.»


Finale

Im Dezember treffen sich wieder alle Teams zum finalen Treasure Hunt in Biel. In einer Art Schnitzeljagd müssen an verschiedenen Posten die in den Wochen zuvor gebauten Apps angewandt werden. Wir haben vorbeigeschaut und ein paar Aufnahmen mitgebracht.

Martina und Yanis mussten den Sieg also anderen überlassen. Eine leise Enttäuschung schwingt mit. «Angesichts der guten Feedbacks zu den einzelnen Apps in den letzten Wochen rechneten wir uns schon Siegchancen aus. Aber so ist es halt, die volle Punktezahl haben andere erreicht», kommentiert Martina das Ergebnis sportlich.

Bei dieser AppRun war aber natürlich auch der Weg das Ziel. Yanis bestätigt das: «Der Lerneffekt war schon sehr gross. Wir können viel mitnehmen. Unter anderem wurde auch mein Interesse für Android geweckt.» Für Martina war darüber hinaus auch der Austausch mit anderen Lernenden und mit Professor Fiedler am verdienten Apéro wertvoll. «Es hat richtig Spass gemacht.»

Auch der Veranstalter zieht eine positive Bilanz. «Ich bin sehr zufrieden mit der Anzahl Teilnehmenden, die wir bereits bei der ersten Durchführung erreicht haben», sagt Prof. Dr. Ulrich Fiedler. «Die Leistung der verschiedenen Teams spielt für mich eine untergeordnete Rolle: Wichtig ist für mich die Motivation, welche ich durchwegs als hoch erlebt habe. Aus den Rückmeldungen entnehme ich, dass die Teilnehmenden an diesem Wettbewerb gewachsen sind. Etliche haben berichtet, viel gelernt zu haben. Darüber freue ich mich besonders.»

Willst du auch in die faszinierende Welt der IT einsteigen? Dann mache es wie Martina und Yanis und bewerbe dich für eine Lehrstelle bei der Bedag. Für den Sommer 2022 haben wir übrigens noch einige wenige freie Plätze für die Way-up Ausbildung frei – das ist die auf zwei Jahre verkürzte Berufslehre für junge Menschen mit Matura.

Achtung Phishing !

In Deutschland und der ganzen EU werden fälschlicherweise Jobs im Namen der Bedag angeboten. Die Bedag Informatik AG hat ausserhalb der Schweiz keine Niederlassung und beauftragt im EU Raum keine Recruiter. Unsere Rechtsabteilung ist bereits informiert. Geben Sie keine sensiblen Personendaten weiter. Falls Sie Ihre Personendaten schon weitergegeben haben, nehmen Sie bitte mit Ihrer Bank und der Polizei Kontakt auf und informieren Sie diese über den Vorfall. Es besteht ein erhöhtes Betrugsrisiko.

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