Bedag unterstützt die Stabilität des Schweizer Stromnetzes

Datum
16.09.2020

Das Rechenzentrum der Bedag verfügt über mehrere Notstromanlagen, um den Betreib auch bei Stromausfällen längere Zeit sicherzustellen. Seit August unterstützen diese Notstromanlagen über den Eigenbedarf hinaus auch das Schweizer Stromnetz bei grösseren Netzschwankungen.

Das Rechenzentrum der Bedag verfügt über mehrere Notstromanlagen. Damit kann sogar bei einem längeren Stromausfall die elektrische Versorgung aller Komponenten sichergestellt werden, die für den Betreib des Rechenzentrums relevant sind. Seit August unterstützen diese Notstromanlagen über den Eigenbedarf hinaus auch das Schweizer Stromnetz bei grösseren Netzschwankungen.

In einem stabilen Stromnetz muss zu jedem Zeitpunkt gleich viel Strom produziert werden, wie verbraucht wird. Dieses Gleichgewicht gewährleistet einen sicheren Betrieb des Stromnetzes und vermeidet Blackouts. Wenn zum Beispiel durch ein Gewitter oder bei einem Kraftwerkausfall unvorhergesehene Schwankungen zwischen der Einspeisung ins Stromnetz und dem Verbrauch entstehen, müssen diese kurzfristig ausgeglichen werden. Dies geschieht, indem Lieferanten von sogenannter Regelenergie die Leistung ihrer Anlage erhöhen oder senken.

Energie Wasser Bern (ewb) hat uns angefragt, ob wir Teile unserer Produktionsleistung von rund 4’500 kVA (4.5 MVA) auch zur Stützung des Schweizer Stromnetzes einsetzen würden. Seit August sind unsere Notstromanlagen nun für den Regelenergieeinsatz bereit und stabilisieren ab sofort bei Bedarf des Elektrizitätswerks das Stromnetz der weiteren Umgebung. Bei einer Netzschwankung kauft der Stromproduzent, in unserem Fall die ewb, also auch durch die Bedag produzierten Strom ein. Neben der Bedag stellen auch die Rechenzentren von Postfinance, Berner Kantonalbank und T-Systems ihre Leistungen auf dem Regelenergiemarkt zur Verfügung und helfen mit, die Versorgungs- und Ausfallsicherheit der schweizerischen Stromversorgung in gewohnt hoher Qualität sicherzustellen.

Selbstverständlich geht der digitale Puls für unsere Kunden stets vor und so hat der Abruf an Regelenergie keinen Einfluss auf die Betriebssicherheit unserer Services. Bei einem Stromunterbruch steht immer genügend Energie bereit, um einerseits die Infrastrukturen der Bedag respektive den Betrieb der Kundensysteme zu gewährleisten. Andererseits verfügen wir mit der redundant vorhandenen Notstromversorgung über genügend Reserven, um parallel dazu noch einen Beitrag zur Stabilisierung der öffentlichen Stromversorgung zu leisten. Selbstverständlich kann die Bedag die Einspeisung von Regelenergie auch blockieren, zum Beispiel wegen Wartungsarbeiten an den einzelnen Notstromanlagen.

Wie der Einsatz von Regelenergie im Detail funktioniert, wird auf der Webseite der BKW ausführlich dargestellt. Kurz gesagt, wird Regelenergie in drei Stufen unterteilt. Diese unterscheiden sich nach der Geschwindigkeit, in welcher sie im Bedarfsfall aktiviert werden können. Fällt zum Beispiel irgendwo in Europa ein grosses Kraftwerk aus und fliesst deswegen zu wenig Strom im Netz, werden nacheinander alle drei Stufen aktiviert, um die Netzstabilität zu garantieren. Die Regelenergie der Bedag wird dabei in der Tertiärregelung aktiviert, also ab 15 Minuten Netzschwankung. 

Primärregelung: Abruf innerhalb von Sekunden

Die erste Stufe wird durch die sogenannte Primärregelung abgedeckt. Diese ist bei Bedarf innerhalb von wenigen Sekunden abrufbar. Europaweit reagieren zum Beispiel Generatoren von Wasserkraftwerken und Batterien sofort auf eine Frequenzabweichung und liefern mehr Strom. Die Primärregelung wird nur im ersten Moment zur Stabilisierung eingesetzt und wird von der Sekundärregelung schnellstmöglich abgelöst, damit sie für einen nächsten Einsatz wieder zur Verfügung steht.

Sekundärregelung: Abruf innerhalb von Minuten

Nach einigen Minuten ersetzt die Sekundärregelung die Primärregelung, um das Netz weiter zu stabilisieren. Sie ist innerhalb von wenigen Minuten abrufbar und wird typischerweise von Wasserkraftwerken erbracht, welche mehr Wasser „turbinieren“ und somit mehr Strom produzieren.

Tertiärregelung: Abruf innerhalb von 15 Minuten

Reichen die Primär- und Sekundärregelung nicht aus, aktiviert die Swissgrid nach einer Viertelstunde die Tertiärregelung. Diese kann von Wasserkraftwerken und anderen Stromproduzenten, aber auch von stromproduzierenden Industriebetrieben oder Rechenzentren wie der Bedag erbracht werden.