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Digitale Souveränität konkret umsetzen: Mit OpenDesk zu weniger Abhängigkeit

Datum
24.06.2026

Abhängigkeiten von globalen Hyperscalern, geopolitische Spannungen und neue regulatorische Anforderungen verschärfen die Frage, wie selbstbestimmt staatliche Institutionen künftig handeln können. Das Schweizer Bundesgesetz über den Einsatz elektronischer Mittel zur Erfüllung von Behördenaufgaben (EMBAG Art.9) fordert, dass eingesetzte Software grundsätzlich als Open Source publiziert werden soll («Public Money, Public Code»). Digitale Souveränität ist damit nicht mehr nur ein politisches Schlagwort, sondern ein konkreter Handlungsauftrag.

Digitale Souveränität bedeutet in erster Linie Kontrolle über die eigenen Daten – jederzeit und in jedem Szenario – aber nicht Abschottung, sondern das bewusste und transparente Eingehen von Abhängigkeiten. Und genau hier setzt OpenDesk an.

Was ist OpenDesk?
OpenDesk ist eine offene, europäische Arbeitsumgebung, die auf einer konsistenten Benutzeroberfläche bewährte Open-Source-Komponenten wie Nextcloud (statt SharePoint) oder xWiki (statt Confluence) und Funktionen für Dokumente, Tabellen, Präsentationen, Aufgaben, Kalender und Notizen, sowie Module für E-Mail, audiovisuelle Kommunikation, Projektmanagement oder KI integriert. Die Architektur ist webbasiert und modular erweiterbar.

openDesk

OpenDesk als Testumgebung: Praxis statt Theorie
Mit der OpenDesk-Demoplattform ermöglicht die Bedag den Kunden, diese modulare Open-Source-Alternative zu M365 realitätsnah zu testen. Rund 200 Nutzerinnen und Nutzer aus unterschiedlichsten Organisationen haben die Plattform bereits benutzt: Verwaltungen aus neun Kantonen, IT-Dienstleister, Fachhochschulen, Gemeinden, Datenschutz- und Security-Verantwortliche sowie Vertreter aus Bund und Privatwirtschaft.

Die Breite der potenziellen Nutzer und Organisationen zeigt: Das Interesse an souveränen Alternativen ist kein Nischenthema mehr. Nur wer Alternativen prüft und fördert, steht irgendwann nicht alternativlos da. Mit vier Kantonen und kantonalen Organisationen führt die Bedag bereits Gespräche zu konkreten Proof of Concepts. Parallel laufen Abstimmungen mit möglichen Integrationspartnern für spezifische Anforderungen der öffentlichen Verwaltung sowie mit interessierten Verbänden und Vereinen.

Auch intern werden die Mitarbeitenden der Bedag ab September 2026 praktische Erfahrungen mit Alternativen zu M365 sammeln. In einem «Sowohl-als-auch-Ansatz» wird parallel zu M365 die LibreOffice-Suite in den Bedag-Workplace (Enhanced und VDI) integriert. LibreOffice umfasst Anwendungen für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationen. Die dabei verwendeten offenen OpenDocument-Formate (.odt / .ods / .odp) sind kompatibel mit den Office-Komponenten der webbasierten OpenDesk-Umgebung. Entsprechend sollen künftig auch die Standard-Dateiformate auf offene Formate umgestellt werden.

Alternativen zu openDesk

Das Angebot der Bedag: Modularität und Wahlfreiheit
Die Bedag ist eine der ersten Anbieterinnen in der Schweiz, die OpenDesk in einer Demoumgebung anbieten und dabei auf langjährige Open-Source-Erfahrung zurückgreifen kann. OpenDesk kann dabei unterschiedlich tief integriert werden – von einzelnen Modulen bis zur vollständigen Workplace-Alternative. Je nach gewünschtem Souveränitätsgrad sind verschiedene Integrationstiefen möglich.

Souveräne Cloud-Stacks aus der Schweiz
Im Cloud-Bereich verfolgt die Bedag einen klaren Ansatz: Transparenz, Offenheit und Kontrolle. Die bestehende Bedag-Infrastruktur basiert bereits heute überwiegend auf Open-Source-Technologien. Die Erfahrung aus sicherheitskritischen Projekten – unter anderem als Betreiberin der Pilotumgebung von Justitia 4.0 – fliesst dabei direkt in Realisierung und Betrieb ein. Organisationen können entscheiden, ob sie Infrastruktur als Service, Plattformdienste oder vollständige Applikationslösungen beziehen möchten – stets mit klar definiertem Souveränitätsgrad.

Bei OpenDesk oder ähnlichen Lösungen wie LibreOffice geht es nicht um «Entweder-oder», sondern um «Sowohl-als-auch». Mit der OpenDesk-Testplattform und konkreten POCs schafft die Bedag die Grundlage, diesen Prozess faktenbasiert und praxisnah zu gestalten – gemeinsam mit Kantonen und öffentlichen Organisationen.

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