Smarte Verwaltung entsteht im Austausch
Datum
16.09.2026
Eine smarte Verwaltung entsteht nicht allein durch neue Technologien. Sie entsteht dort, wo Menschen Erfahrungen teilen, Ideen hinterfragen und gemeinsam Lösungen entwickeln. Genau das war gestern in Zürich zu erleben.
Rund 300 Fach- und Führungskräfte aus Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft kamen am Swiss Smart Government Day 2026 zusammen, um über die digitale Verwaltung von heute und morgen zu diskutieren. Im Schweizer Hauptquartier von Google an der Europaallee in Zürich trafen dabei unterschiedlichste Perspektiven aufeinander – mit einem gemeinsamen Ziel: die öffentliche Verwaltung smart und zukunftsfähig zu gestalten.
Diese vom Smart Government Lab der Universität St. Gallen organisierte Veranstaltung hat sich als Dialogplattform rund um die digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung etabliert. Auch in diesem Jahr bot das Programm eine abwechslungsreiche Mischung aus Keynotes, interaktiven Sessions, Podiumsdiskussionen und viel Raum für persönlichen Austausch. Im Zentrum standen aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen, die die Verwaltung bereits heute beschäftigen und in den kommenden Jahren weiter prägen werden.
Zwischen den Programmpunkten zeigte sich deutlich, was den Swiss Smart Government Day ausmacht: Gespräche wurden beim Kaffee weitergeführt, unterschiedliche Erfahrungen ausgetauscht und neue Kontakte geknüpft. Aus einem Gedanken einer Keynote wurde in der Pause eine Diskussion – und aus einer Diskussion vielleicht bereits die Idee für ein nächstes gemeinsames Projekt.


Die Bedag als Premiumpartnerin
Als Premiumpartnerin des Swiss Smart Government Day war die
Bedag auch 2026 Teil dieser Dialogplattform. Das Engagement passt zu unserem
Anspruch, die digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung nicht nur
technologisch zu begleiten, sondern gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden ganzheitlich
zu gestalten. Denn Digitalisierung gelingt dort am besten, wo Fachwissen,
Technologie und praktische Erfahrung zusammenkommen. Veranstaltungen wie der
Swiss Smart Government Day schaffen dafür einen wichtigen Raum.
Damit Daten intelligent genutzt werden können, müssen sie
richtig geschützt sein
Wie eng Innovation und konkrete Herausforderungen des
Verwaltungsalltags zusammenhängen, zeigte sich auch in unserem Workshop am
Vormittag. Unter dem Titel «Cloud, KI und Informationsschutz – Daten
richtig klassifizieren und sicher nutzen» widmeten wir uns einer Frage, die
mit der zunehmenden Nutzung von Cloud-Diensten und künstlicher Intelligenz
weiter an Bedeutung gewinnt: Welche Information braucht welchen Schutz –
und wie lässt sich dieser im Arbeitsalltag der öffentlichen Verwaltung konsequent
umsetzen?
Cloud-Dienste und KI-Anwendungen eröffnen Verwaltungen neue Möglichkeiten, Daten zu nutzen und Prozesse weiterzuentwickeln. Gleichzeitig müssen Informationen abhängig von ihrer Sensitivität angemessen geschützt werden. Insbesondere bei der Weitergabe von Dokumenten an (kantons-)externe Stellen oder bei der Bearbeitung und Ablage in Cloud-Speicherlösungen (bspw. M365) dürfen keine persönlichen Identifikationsmerkmale (Name, Adresse usw.) oder gar besonders schützenswerte Personendaten (wie zum Beispiel Religion oder Gesundheitsdaten) vorhanden sein. Darum müssen die Daten richtig klassifiziert werden, damit daraus nachvollziehbare Schutzmassnahmen abgeleitet werden können. Der Kanton Bern und die Bedag entwickeln dafür gemeinsam eine durchgängige Lösung für den Daten- und Informationsschutz in der öffentlichen Verwaltung. Im Workshop wurde aufgezeigt, wie der Weg vom strategischen Fundament zu konkreten Lösungen führt.

Dabei ging es bewusst nicht nur um Konzepte und Technologie:
Die Diskussion mit den Teilnehmenden bot Gelegenheit, Erfahrungen aus der
Praxis einzubringen, Fragestellungen zu vertiefen und unterschiedliche Sichtweisen
in Bezug auf einen sicheren und gleichzeitig praxistauglichen Umgang mit Daten
auszutauschen.
Das Wichtigste aus unserem Workshop
Im Zentrum des Workshops stand der Schutzbedarfsassistent,
den die Bedag im Auftrag der Geschäftsstelle Digitale Verwaltung des Kantons
Bern entwickelt. Das Tool soll Mitarbeitende der Kantonsverwaltung dabei
unterstützen, den Schutzbedarf eines beliebigen Dokuments oder Textausschnitts
rasch und nachvollziehbar zu bestimmen.
Ausgangspunkt sind geltende Weisungen, wonach im Kanton Bern für sämtliche Dokumente zunächst ein Schutzniveau ermittelt werden muss, bevor sie weitergegeben, abgelegt oder in Cloud-Diensten und KI-Anwendungen weiterverarbeitet werden dürfen. Genau an dieser Stelle setzt der Schutzbedarfsassistent an: Dokumente werden per Drag & Drop hochgeladen, automatisiert auf persönliche Identifikationsmerkmale und besonders schützenswerte Personendaten geprüft und mit einer begründeten Einstufung versehen. Die finale Entscheidung liegt dabei stets bei den Mitarbeitenden – der Systemvorschlag ist jederzeit übersteuerbar.
Anhand einer Live-Demo wurde gezeigt, wie der Assistent in der Praxis funktioniert: von der Extraktion des Textinhalts über die Erkennung schützenswerter Merkmale bis zur übersichtlichen Darstellung des Ergebnisses inklusive Fundstellen und Begründung.
Der Workshop war bewusst interaktiv angelegt: Bereits zu Beginn hatten die Teilnehmenden das Wort und berichteten, ob und wie sie in ihrer eigenen Organisation Dokumente klassifizieren, ob dafür bereits eine Tool-Unterstützung besteht und wie nützlich sie eine Lösung wie den Schutzbedarfsassistenten einschätzen. Dabei brachten sie auch eigene Erfahrungen zu Herausforderungen und den Wunsch nach Integration in Arbeitsumgebungen wie M365 ein. Genau hier setzt auch die langfristige Vision an: Der Schutzbedarfsassistent soll künftig einfach in die Arbeitsumgebung integriert verfügbar sein und schrittweise auch die anonymisierte beziehungsweise pseudonymisierte Weiterverarbeitung ermöglichen.
Für uns hat sich bestätigt: Eine durchgängige,
nachvollziehbare Klassifizierung ist die Grundlage dafür, dass Cloud-Dienste
und KI-Anwendungen in der öffentlichen Verwaltung sicher und mit Vertrauen
genutzt werden können.
Digitalisierung ist Teamarbeit
Die Herausforderungen der digitalen Verwaltung sind zu
vielfältig, um sie isoliert zu lösen. Cloud, künstliche Intelligenz,
Informationsschutz und digitale Souveränität sind keine voneinander
unabhängigen Themen. Sie greifen ineinander – technologisch,
organisatorisch und regulatorisch.
Für die Bedag nehmen wir daraus nicht nur neue Denkanstösse, sondern auch die Bestätigung mit, dass erfolgreiche Digitalisierung dort entsteht, wo Verwaltung, Technologiepartner und Wissenschaft ihre Kenntnisse und Erfahrungen zusammenbringen und gemeinsam an umsetzbaren Lösungen arbeiten.
Mehr zum Schutzbedarfsassistenten lesen Sie hier:
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